Object Identifier (OID)

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Version vom 2. Juni 2016, 11:36 Uhr von Tidris (Diskussion | Beiträge) (Gute Praxis bei der Vergabe und Nutzung von OID)


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Überblick

Beim standardisierten Austausch von Gesundheitsinformationen ist es notwendig, Objekt, Nachrichten, Dokumente u.a. eindeutig zu bezeichnen.

Objekt Identifikatoren (OID, Object Identifier) sind Zahlenkentten zur weltweit eindeutigen Kennzeichnung von Objekten aller Art, wie zum Beispiel Institutionen, Dokumente, Nachrichten, Zertifikate, Klassifikationen, Tabellen...

Die Form von OIDs ist eine Kette von Knoten, wobei jeder Knoten durch eine Zahl repräsentiert ist. Die Knoten sind hierarchisch aufgebaut, von jedem Knoten können durch den Knotenverantwortlichen Subknoten erstellt werden. (Siehe ISO/IEC Norm 9834/1)

Das Deutsche Gesundheitswesen hat die OID 1.2.276.0.76.

Beispiel

Mit der Klassifikation ICD-10-GM Version 2006 kann die Grippe durch nachgewiesene Vogelgrippe-Viren mit dem Kode J09 in XML - Technologie wie folgt dargestellt werden:

<value code="J09" codeSystem="1.2.276.0.76.5.311"/>

OID-Konzepte

Einleitung

OID ist die Abkürzung für "Objekt-Identifier" und stellen international standardisierte Indexe zur Objektkennung für Informationsobjekte dar. Eine OID entspricht dabei einem ASN.1[1]-Datentyp. Der Standard selbst wie auch der Umgang mit der Vergabe ist in den folgenden Standards beschrieben:

  • ISO/IEC 9834-1 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Allgemeine Verfahren und obere Bögen des ASN.1 Objektkennzeichnungsbaums" beschrieben
  • ISO/IEC 9834-2 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Registrierverfahren für OSI-Dokumentenklassen"
  • ISO/IEC 9834-3 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Registrierung von gemeinsam von ISO und ITU-T verwalteten Objektkennzeichnungen unter der obersten Bögen des ASN.1 Objektkennzeichnungsbaums"
  • ISO/IEC 9834-6 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Anwendungsprozesse und Anwendungsinstanzen"
  • ISO/IEC 9834-8 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Generierung und Registrierung universell eindeutiger Kennzeichen (UUIDs) und ihre Verwendung als ASN.1 Objektkennzeichenkomponenten"
  • ISO/IEC 9834-9 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierung von Objektkennzeichnungsbögen für auf ID basierenden Anwendungen und Diensten".

Dokumente, wie sie beispielsweise durch HL7 CDA repräsentiert werden, nutzen OIDs um Kodierungs-Schemas und Identifikationsbereiche zu bezeichnen. Dem Procedere liegt die Idee zugrunde, dass jede Identifikation bzw. jedes Kodierschema Teil des Systems ist, in dem sie definiert wurden. Beispiele hierfür sind die Arzt-Identifikationsnummern der Ärztekammern oder Codes für Laboruntersuchungen, die als LOINC-Codes dargestellt werden.
Die Kombination aus der eigentlichen Identifikation (extension) und der ausgegebenen Instanz (Root-OID) ist zusammen genommen weltweit eindeutig. Den grundsätzlichen Aufbau des OID-Baums zeigt die nachfolgende Abbildung:

Aufbau des "OID-"Baums

Entsprechend dem Baum ist die Root-OID von HL7 2.16.840.1.113883:

2 = Joint-ISO-ITU-T
16 = country assignments
840 = USA
1 = Organisation
113883 = HL7

Ausgehend von der root "1", welche für die "Common standardization area of ISO/IEC" (= International Organization for Standardization/International Electrotechnical Commission) und ITU-T (= International Telecommunications Union - Telecommunication standardization sector) ist somit aus jeder OID ableitbar, woher sie stammt. Dabei ist die Kombination aus der eigentlichen Identifikation (extension) und der ausgegebenen Instanz (Root-OID) zusammen genommen weltweit eindeutig.

Dementsprechend ist 2.16.840.1.113883.2.6 die Root-OID von HL7 Deutschland, vergeben von HL7 international (113883) an "affiliate" (2) Deutschland (6).

Gute Praxis bei der Vergabe und Nutzung von OID

Die folgenden Empfehlungen und Richtlinien sollten bei der Vergabe und Nutzung von OID beachtet werden[2]:

* Eine Organisation sollte bestehende OID verwenden, wenn diese bereits registriert sind. 
Eine lokale OID (innerhalb des OID-Baums der Organisation) sollte für etwas, was bereits registriert ist,
nicht erzeugt/genutzt werden.
* Eine Organisation nutzt keine bereits vergebene OID, um damit lokal etwas anderes zu identifizieren.
* Wenn eine Organisation eine OID Registrieranfrage gestellt hat und die verantwortliche ausgebende
Instanz verbietet die Erzeugung/Vergabe einer neuen Standard-OID, z. B. weil dafür bereits eine OID existiert,
und es wird statt dessen ein alternatives Vorgehen vorgeschlagen, hat die anfragende Organisation
die Alternative zu akzeptieren.
* Ausschließlich lokal verwendete OID zwischen zwei kooperierenden Partnern werden in der Regel
unter dem OID-Baum eines der Partner registriert. Es sollte angestrebt werden, auch diese OID-Schemas
zentral registrieren zu lassen. Für den Fall der Verwendung von lokalen OID kann die Organisation
die zentrale Registerstelle z. B. in Zweifelsfällen um Hilfe ersuchen.

OID-Vergabe im deutschen Gesundheitswesen

Die Root-OID (1.2.276.0.76) für das deutsche Gesundheitswesen liegt beim DIMDI[3]. Dementsprechend können OIDs beim DIMDI beantragt [4] und auch gesucht [5] werden. Den grundlegenden Aufbau der Nutzung von "extensions" im deutschen Gesundheitswesen zeigt nachfolgende Tabelle [6].

Beschreibung OID
Gesundheitswesen Deutschland 1.2.276.0.76
extensions
Interne Objekte (wie Modelle etc) 1.2.276.0.76.1
Interne Organisationsstrukturen 1.2.276.0.76.2
Instanzen - Identifikatoren des deutschen Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.3
Organisationen des deutschen Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.3.1
Personen 1.2.276.0.76.3.2
Allgemein genutzte Identifizierungsmechanismen wie Personalausweis, etc. 1.2.276.0.76.4
Deutsch-spezifische externe Identifikations-Schemas des Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.5
Deutsch-spezifische Kodierschemas 1.2.276.0.76.6
Dokumente 1.2.276.0.76.7
Experimental-OID für temporäre, experimentelle Verwendung 1.2.276.0.76.99

Die Extension „1“ verweist demnach auf „interne Artefacts wie Modelle“ (siehe auch die Beschreibung zu OIDs von HL7 Deutschland[7]). An diesem grundlegendem Aufbau halten sich Organisationen im deutschen Gesundheitswesen bei der eigenen OID-Verwaltung.


Siehe auch

Weitergehende Informationen zu OIDs

Weitergehende Informationen zum Thema OIDs finden sich unter (alphabetische Nennung):

Fußnoten

  1. ASN.1 (Abkürzung für "Abstract Syntax Notation One") ist eine Beschreibungssprache zur Definition von Datenstrukturen und ist ein gemeinsamer Standard der ITU-T (International Telecommunication Union – Telecommunication Standardization Sector) und der ISO (Internationale Organisation for Standardisation).
  2. Alle Punkte entnommen aus OBJECT IDENTIFIER (OID) KONZEPT FÜR DAS DEUTSCHE GESUNDHEITSWESEN. Online, verfügbar unter http://download.hl7.de/documents/oid-konzept/OIDKonzeptDE-v102.pdf
  3. DIMDI: OID. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/static/de/klassi/oid/index.htm
  4. DIMDI: OID-Antrag. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/static/de/klassi/oid/oid-antrag/index.htm
  5. DIMDI: OID-Suche. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/oid/verzeichnis.html
  6. Dargestellt in OBJECT IDENTIFIER (OID) KONZEPT FÜR DAS DEUTSCHE GESUNDHEITSWESEN. Online, verfügbar unter http://www.hl7.de/download/documents/oid-konzept/OIDKonzeptDE-v102.pdf
  7. OID Konzept von HL7-Deutschland. Online, verfügbar unter http://wiki.hl7.de/index.php/OID-Konzept_HL7-D