OID-Konzept IHE-D

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Konzept
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Version vom 30. März 2016, 13:17 Uhr


Logo IHE-D

OID Konzept von IHE-Deutschland

Einleitung

OID ist die Abkürzung für "Objekt-Identifier" und stellen international standardisierte Indexe zur Objektkennung für Informationsobjekte dar. Eine OID entspricht dabei einem ASN.1[1]-Datentyp. Der Standard selbst wie auch der Umgang mit der Vergabe ist in den folgenden Standards beschrieben:

  • ISO/IEC 9834-1 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Allgemeine Verfahren und obere Bögen des ASN.1 Objektkennzeichnungsbaums" beschrieben
  • ISO/IEC 9834-2 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahren für OSI-Registrierstellen - Teil 2: Registrierverfahren für OSI-Dokumentenklassen"
  • ISO/IEC 9834-3 "Kommunikation Offener Systeme; Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen; Registrierung von gemeinsam von ISO und ITU-T verwalteten Objektkennzeichnungen unter der obersten Bögen des ASN.1 Objektkennzeichnungsbaums"
  • ISO/IEC 9834-6 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Anwendungsprozesse und Anwendungsinstanzen"
  • ISO/IEC 9834-8 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierstellen: Generierung und Registrierung universell eindeutiger Kennzeichen (UUIDs) und ihre Verwendung als ASN.1 Objektkennzeichenkomponenten"
  • ISO/IEC 9834-9 "Kommunikation Offener Systeme - Verfahrensregeln für OSI - Registrierung von Objektkennzeichnungsbögen für auf ID basierenden Anwendungen und Diensten".

Dokumente, wie sie beispielsweise durch HL7 CDA repräsentiert werden, nutzen OIDs um Kodierungs-Schemas und Identifikationsbereiche zu bezeichnen. Dem Procedere liegt die Idee zugrunde, dass jede Identifikation bzw. jedes Kodierschema Teil des Systems ist, in dem sie definiert wurden. Beispiele hierfür sind die Arzt-Identifikationsnummern der Ärztekammern oder Codes für Laboruntersuchungen, die als LOINC-Codes dargestellt werden.
Die Kombination aus der eigentlichen Identifikation (extension) und der ausgegebenen Instanz (Root-OID) ist zusammen genommen weltweit eindeutig. Den grundsätzlichen Aufbau des OID-Baums zeigt die nachfolgende Abbildung:

Aufbau des "OID-"Baums


Entsprechend dem Baum ist die Root-OID von HL7 2.16.840.1.113883:

2 = Joint-ISO-ITU-T
16 = country assignments
840 = USA
1 = Organisation
113883 = HL7

Ausgehend von der root "1", welche für die "Common standardization area of ISO/IEC" (= International Organization for Standardization/International Electrotechnical Commission) und ITU-T (= International Telecommunications Union - Telecommunication standardization sector) ist somit aus jeder OID ableitbar, woher sie stammt. Dabei ist die Kombination aus der eigentlichen Identifikation (extension) und der ausgegebenen Instanz (Root-OID) zusammen genommen weltweit eindeutig.

Dementsprechend ist 2.16.840.1.113883.2.6 die Root-OID von HL7 Deutschland, vergeben von HL7 international (113883) an "affiliate" (2) Deutschland (6).

Gute Praxis bei der Vergabe und Nutzung von OID

Die folgenden Empfehlungen und Richtlinien sollten bei der Vergabe und Nutzung von OID beachtet werden[2]:

* Eine Organisation sollte bestehende OID verwenden, wenn diese bereits registriert sind. Eine lokale OID (innerhalb des OID-Baums der Organisation) sollte für etwas, was bereits registriert ist, nicht erzeugt/genutzt werden.
* Eine Organisation nutzt keine bereits vergebene OID, um damit lokal etwas anderes zu identifizieren.
* Wenn eine Organisation eine OID Registrieranfrage gestellt hat und die verantwortliche ausgebende Instanz verbietet die Erzeugung/Vergabe einer neuen Standard-OID, z. B. weil dafür bereits eine OID existiert, und es wird statt dessen ein alternatives Vorgehen vorgeschlagen, hat die anfragende Organisation die Alternative zu akzeptieren.
* Ausschließlich lokal verwendete OID zwischen zwei kooperierenden Partnern werden in der Regel unter dem OID-Baum eines der Partner registriert. Es sollte angestrebt werden, auch diese OID-Schemas zentral registrieren zu lassen. Für den Fall der Verwendung von lokalen OID kann die Organisation die zentrale Registerstelle z. B. in Zweifelsfällen um Hilfe ersuchen. 

OID-Vergabe im deutschen Gesundheitswesen

Die Root-OID (1.2.276.0.76) für das deutsche Gesundheitswesen liegt beim DIMDI[3]. Dementsprechend können OIDs beim DIMDI beantragt [4] und auch gesucht [5] werden. Den grundlegenden Aufbau der Nutzung von "extensions" im deutschen Gesundheitswesen zeigt nachfolgende Tabelle [6].

Beschreibung OID
Gesundheitswesen Deutschland 1.2.276.0.76
extensions
Interne Objekte (wie Modelle etc) 1.2.276.0.76.1
Interne Organisationsstrukturen 1.2.276.0.76.2
Instanzen - Identifikatoren des deutschen Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.3
Organisationen des deutschen Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.3.1
Personen 1.2.276.0.76.3.2
Allgemein genutzte Identifizierungsmechanismen wie Personalausweis, etc. 1.2.276.0.76.4
Deutsch-spezifische externe Identifikations-Schemas des Gesundheitswesens 1.2.276.0.76.5
Deutsch-spezifische Kodierschemas 1.2.276.0.76.6
Dokumente 1.2.276.0.76.7
Experimental-OID für temporäre, experimentelle Verwendung 1.2.276.0.76.99

Die Extension „1“ verweist demnach auf „interne Artefacts wie Modelle“ (siehe auch die Beschreibung zu OIDs von HL7 Deutschland[7]). An diesem grundlegendem Aufbau halten sich Organisationen im deutschen Gesundheitswesen bei der eigenen OID-Verwaltung.

Genereller Aufbau eines OID-Baums

extension Beschreibung Bemerkung
.1 OID für das OID Konzept Version 1
.1.1 Interne Objekte interne Artefacts wie Modelle
.1.1.1 Ordnertypen
.1.1.2 Auswahllisten
.1.1.3 Mitarbeiter
.1.2 interne Organisationsstrukturen
.1.3 Instanzen-Identifikationen
.1.3.1 Organisationen
.1.3.2 Personen
.1.3.2.1 Identifikation des ID-Pools für Patienten
.1.3.2.2 Identifikation des ID-Pools für Personen allgemein (Ärzte, Betreuer, Kontakte, etc.)
.1.3.3 Identifikation des ID-Pools für Fälle
.1.4 Identifikation des ID-Pools für Institutionen (Organisationen, Einheiten, etc.) Allgemeine Identifikationsmechanismen wie Personalausweis usw.
.1.4.1 Krankenhäuser Wenn möglich, soll ein Krankenhaus eine eigene OID bei DIMDI beantragen
.1.4.2 Praxen niedergelassener Ärzte Unterhalb dieser Praxis-Ebene wird eine Ebene für Fachbereiche (Allgemeinmedizin, ...) eingeführt. Die Praxis jedes niedergelassenen Arztes bekommt eine eigene OID. Unter dieser Ebene werden ggfs. für Ärzte und Systeme eigene Subtypen definiert.
.1.4.3 Systeme Alle angeschlossenen Systeme bekommen eine OID. Unterhalb des Systems werden ggfs. ebenfalls bestimmte Subtypen definiert.
.1.5 Kodierschemas
.1.6 Metadaten
.1.6.1 Ordner-Metadaten
.1.7 Dokumente
.1.7.1 OID-Konzept
.1.7.2 Identifikation des ID-Pools für CDA-Dokumente
.1.7.3 Identifikation des ID-Pools für externe Dokumente (in CDAs verlinkt)
.1.9 Nachrichtenprofile
.1.10 Interne Templates
.1.10.1 Document Templates
.1.10.1.1 root-OID für Template-Ids
.1.10.2 Section Templates
.1.10.2.1 Identifikation des ID-Pools für CDA-Formularteile
.1.10.3 Entry Templates
.1.11 Value Sets
.1.11.1 Dokument-Art
.1.11.2 Vertraulichkeit des Dokumentes
.1.12 Deutsch-spezifische Erweiterungen von seitens der Organisation/Firma verwalteten Kodierschemas
.1.15 Kodierschemas seitens Organisation/Firma verwaltet
.1.60 Projekte
.1.64 Policy
.1.67 Installations-Instanzen von Softwaresystemen
.1.77 ART-DECOR
.1.99 Experimentell / Test

Vergabe-Konzept für IHE Deutschland

Als root-OID für IHE Deutschland wurde 1.3.6.1.4.1.19376.3.276 vergeben:

1 = International Organization for Standardization (ISO)
3 = Organization identification schemes registered according to ISO/IEC 6523-2
6 = United States Department of Defense (DoD)
1 = internet
4 = Internet Assigned Numbers Authority (IANA)
1 = Private enterprises
19376 = Integrating the Healthcare Enterprise International
3 = Organizations
276 = IHE Deutschland

Direkt unter der Root-OID von IHe Deutschland eine Ebene vorgesehen, welche das jeweilige Konzept versioniert. Da das jeweilige OID-Konzept auch in der Zukunft Bestand haben muss, IHE Deutschland aber nicht ausschließen kann, in der Zukunft das OID Konzept ändern oder ein völlig Neues erstellen zu müssen, ist die Einführung einer Versionsnummer die einzige umsetzbare Möglichkeit beiden Anforderungen (Zukunftssicherheit und Anpassbarkeit an künftige Anforderungen) zu genügen. Nach der Versionsnummer erfolgt eine Nutzung der extension entsprechend der für Deutschland empfohlenen Vergabe.

Dementsprechend sieht der grundlegende Aufbau der OID-Vergabe bei IHE Deutschland wie folgt aus:

Root-OID Versionierung Extension Beschreibung
1.3.6.1.4.1.19376.3.276 .1 1. OID-Konzept
.1 interne Artefacts wie Modelle
...
.2 2. OID-Konzept

Stand Mai 2015 werden folgende extensions im OID-Konzept von IHE Deutschland benötigt:

.5 Kodierschemas .7 Dokumente (Whitepaper, Spezifikationen usw., z.B. Cookbook)
.10 Templates (Dokumenten, Entry, …)
.15 Kodierschemas von IHE verwaltet (ValueSet)
.67 Instanzen von Systemen, die von IHE Deutschland betrieben werden
.99 Experimental (nicht abgestimmte und nicht produktive OIDs)

IHE Deutschland vergibt OIDs daher entsprechend der nachfolgend dargestellten Struktur:

OID Beschreibung
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1 OID-Konzept Version 1
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5 Kodesysteme
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.1 derzeit unbenutzt
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.2 Healthcare Facility Type Code: patientenversorgende Einrichtung
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.3 Healthcare Facility Type Code: sonstige Einrichtung
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.4 Practice Setting Code (ärztl. Fachrichtungen)
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.5 Practice Setting Code (nicht-ärztl. Fachrichtungen)
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.6 XDS formatCode (vgl. URN-Konzept)
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.7 XDS Folder.codeList
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.? XDS classCode
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.? XDS typeCode
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.5.? XDS authorSpecialty
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.10 Templates
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.11 ValueSets
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.67 Instanzen von Systemen, die von IHE Deutschland betrieben werden
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.1.99 Experimental (nicht abgestimmte und nicht produktive OIDs)
1.3.6.1.4.1.19376.3.276.2 OID-Konzept Version 2 (zur zukünftigen Verwendung) </font>
...

Derzeit (Stand Juni 2015) läuft noch eine Abklärung, welche von IHE definierten Code-Systeme und Value-Sets direkt unter der OID von IHE und welche im vom DIMDI vorgesehenen Bereich unter einer DIMDI-OIDnveröffentlicht werden.

Weitergehende Informationen zu OIDs

Weitergehende Informationen zum Thema OIDs finden sich unter (alphabetische Nennung):

Fußnoten

  1. ASN.1 (Abkürzung für "Abstract Syntax Notation One") ist eine Beschreibungssprache zur Definition von Datenstrukturen und ist ein gemeinsamer Standard der ITU-T (International Telecommunication Union – Telecommunication Standardization Sector) und der ISO (Internationale Organisation for Standardisation).
  2. Alle Punkte entnommen aus OBJECT IDENTIFIER (OID) KONZEPT FÜR DAS DEUTSCHE GESUNDHEITSWESEN. Online, verfügbar unter http://www.hl7.de/download/documents/oid-konzept/OIDKonzeptDE-v102.pdf
  3. DIMDI: OID. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/static/de/klassi/oid/index.htm
  4. DIMDI: OID-Antrag. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/static/de/klassi/oid/oid-antrag/index.htm
  5. DIMDI: OID-Suche. Online, verfügbar unter https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/oid/verzeichnis.html
  6. Dargestellt in OBJECT IDENTIFIER (OID) KONZEPT FÜR DAS DEUTSCHE GESUNDHEITSWESEN. Online, verfügbar unter http://www.hl7.de/download/documents/oid-konzept/OIDKonzeptDE-v102.pdf
  7. OID Konzept von HL7-Deutschland. Online, verfügbar unter http://wiki.hl7.de/index.php/OID-Konzept_HL7-D