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Aktuelle Version vom 12. Juli 2019, 11:10 Uhr

Beginn der Abstimmung "Medikationsmanagement (eMDAF)" am 14. Februar 2019

Einleitung

Das deutsche Gesundheitswesen ist aufgrund seiner sektoralen Abgrenzung von Informationsasymmetrien geprägt. Dieses Defizit begünstigt Wechselwirkungen und Kontraindikationen im Kontext von Arzneimitteln, was im schlimmsten Fall zur Mortalität führen kann. Derzeit werden für die strukturierte Dokumentation von Medikationsplänen verschiedene Formate und Spezifikationen genutzt. Diese ähneln einander in vielen Merkmalen, sind aber nicht vollständig interoperabel. Im Rahmen des Projektes „Digitales Gesundheitsnetzwerk“ der AOK (DiGeN) werden Fachanwendungen erarbeitet, welche die Informationsflüsse von Medikationsdaten von Leistungserbringern (Ärzte, Apotheken) im Austausch mit den Versicherten zum Ziel haben. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe eMedikation, die aus

  • dem Projekt Digitales Gesundheitsnetzwerk (DiGeN), in der Arbeitsgruppe vertreten durch die Lead-AOKs AOK Baden-Württemberg, AOK Bayern, AOK Nordost und AOK PLUS,
  • der HÄVG Hausärztliche Vertragsgemeinschaft AG,
  • der MEDIVERBUND AG,
  • der gevko GmbH und
  • HL7 Deutschland

besteht, hat in einem ersten Schritt einen gemeinsam Nenner für ein zukünftiges Datenaustauschformat erarbeitet, dass die Bezeichnung eMDAF („elektronisches Medikationsdatenaustauschformat“) trägt.

Die Spezifikation eMDAF erfüllt einerseits die gesetzlichen (Mindest-)Anforderungen und ermöglicht andererseits gleichzeitig den Austausch von darüberhinaus gehenden Informationen (z.B. in besonderen Versorgungsformen), die für eine Akzeptanz der Leistungserbringer, insbesondere der Ärzte, entscheidend ist. Durch den übergreifenden sowie interoperablen Austausch von Medikationsdaten soll die Wirtschaftlichkeit durch weniger Mehrfachverordnungen, die Qualität der Behandlung durch Vermeidung von stationären Aufenthalten aufgrund von Wechselwirkungen und Kontraindikationen, die Transparenz der Behandlung durch eine Historisierung von Medikationsinformationen, die technische Interoperabilität durch die Integration bereits bestehender Formate, die inter- und intrasektorale Zusammenarbeit durch die Einbeziehung aller Leistungserbringer sowie des Versicherten in das Medikationsmanagement und die Akzeptanz aller Beteiligten durch den Verzicht auf papiergebundene Verfahren gesteigert werden. Die teilnehmenden Institutionen der Arbeitsgruppe haben sich entschlossen, die vorgeschlagene Spezifikation gemeinsam in ihren jeweiligen Versorgungsangeboten und dem krankenkassenspezifischen Teil der elektronischen Patientenakte zu nutzen. Damit steht die vorliegende CDA-Spezifikation nach Kommentierung und entsprechender Anpassung für die Versorgung von über 27 Millionen Versicherten allein in der AOK-Gemeinschaft potenziell zur Verfügung.

CDA-Spezifikation

Die zur Abstimmung stehende Spezifikation beinhaltet ein CDA-Format unter Nutzung bereits bestehenden und weiterer neuer CDA-Templates, Value Sets sowie einen zugehörigen Implementierungsleitfaden. Das PDF zur Abstimmung mit der gesamten Spezifikation steht auf der Projekt-Publikationsseite zur Verfügung: download.hl7.de/documents/cdar2-medmgmt/Medikationsmanagement-085c.pdf

Die „live”-Version kann in ART-DECOR® unter art-decor.org/art-decor/decor-templates--medmgmt-?section=templates# und im Wiki unter wiki.hl7.de/index.php?title=IG:Medikationsmanagementeingesehen werden.

Wichtige Zeitangaben

  • Start des Kommentierungsverfahrens: Donnerstag, 14. Februar 2019
  • Meilenstein für eine Zwischenkommentierung: Dienstag, 5. März 2019
  • 11./12. März 2019 Vorstellung der Zwischenergebnisse auf dem Interoperabilitätsforum in Berlin
  • Abschluss der Kommentierungsverfahrens: Montag, 8. April 2019 Verlängert auf Dienstag, den 23. April 2019 12:00 Uhr
  • 27./28. Juni Vorstellung der abschließenden Ergebnisse auf dem Interoperabilitätsforum in Heidelberg

Teilnahme am Kommentierungsverfahren: Eine formlose Email als Anmeldung zum Abstimmungsverfahren an info@hl7.de oder info@interoperabilitaetsforum.de ist erforderlich. Zur Kommentierung sollte ein Excel-Spreadsheet benutzt werden, das Sie hier erhalten: Spreadsheet für Abstimmung / Ballot-Kommentare download.hl7.de/VotenKommentare.xls. Bitte geben Sie Ihre Stimme formlos per Email ab, wenn Sie zustimmen oder sich enthalten wollen. Bei negativen Kommentaren bitten wir Sie, zur Kommentierung das Excel-Spreadsheet zu nutzen.

Besonders einfach ist die Kommentierung, wenn Sie zur Markierung der Stelle im Dokument das Lineal an der linken Seite benutzen: hier können Sie die Seitenzahl ablesen (oben) und auch die Stelle als Zahl dokumentieren, für den der Kommentar gilt, also im folgenden Bild der Marker "04" für die Zeile "1.1 Impressum", Seite und Zeile also als p6-04.

Abstimmungslineal.jpg

Nutzung des Abstimmungslineals, Seite und Zeile als p6-04

Wir bitten um rege sowie breite Beteiligung aller Interessierten. Für Fragen, Anregungen und Diskussionen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.