EFA Kommunikationsmuster

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Implementierungsleitfaden
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Anmerkung: Die Kürzel unter den einzelnen Überschriften dienen der Unterstützung des Kommentierungsverfahrens. Bitte geben Sie bei einem Kommentar oder einem Verbesserungsvorschlag zu dieser Spezifikation immer das Kürzel des Abschnitts an, auf den sich Ihr Kommentar bezieht. Alle Kommentare werden in der Lasche "Diskussion" zu der kommentierten Seite gesammelt und gegenkommentiert.
Hinweise zum Kommentierungsverfahren einschließlich aller Formulare und Kontaktadressen finden Sie auf der Seite "Kommentierung EFAv2.0".


Kommunikationsmuster

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Kommunikationsmuster bilden die Ende-zu-Ende definierten EFA Interaktionsmuster auf einzelne logische Transaktionen zwischen technischen Akteuren ab. Sie sind ebenfalls funktional ausgerichtet und beschreiben, wie ein technischer Anwendungsfall über zwischen EFA Diensten definierte Ablaufsequenzen realisiert wird. Sie stellen damit das über den EFA Diensten definierte Protokoll dar.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Umsetzung der Interaktionsmuster über die hier definierten Kommunikationsmuster dar.

Interaktionsmuster Kommunikationsmuster Anmerkungen
Auffinden der Fallakten eines Patienten Auflisten von Partitionen Mit dem Kommunikationsmuster werden alle mit einem angegebenen Patienten verknüpften EFA-Partitionen ermittelt, zu denen der Aufrufer zugangsberechtigt ist (d.h. diese Partitionen sind Bestandteil von Fallakten zu denen der Aufrufer vom Patient als Behandlungsteilnehmer benannt wurde). Die Sortierung der Partitionen zu Fallakten anhand des jeweils mit den Partitionen verbundenen Zwecks erfolgt im Teilnehmersystem.
Browsing über eine Akte Auflisten von Dokumenten Das Kommunikationsmuster ruft die Metadaten aller in einer angegeben Partition enthaltenen Dokumente ab. Das Teilnehmersystem kann anhand dieser Daten eine nach beliebigen Kriterien strukturierte Ansicht für den Nutzer erzeugen, über die der EFA-Teilnehmer anschließend navigieren kann. Soll die Ansicht die gesamte Akte umfassen, müssen zunächst mit dem Kommunikationsmuster Auffinden der Fallakten eines Patienten alle Partitionen der Akte ermittelt werden. Anschließend muss das Kommunikationsmuster Auflisten von Dokumenten für jede einzelne dieser Partitionen abgespult werden.
Abruf von Datenobjekten Abrufen von Dokumenten Der Abruf eines Dokuments erfordert die Angabe der Dokumenten-ID, die zuvor über das Kommunikationsmuster Auflisten von Dokumenten ermittelt werden muss.
Einstellen von Datenobjekten Einstellen von Dokumenten Die im Interaktionsmuster beschriebenen Varianten (Ersetzen, Aktualisieren, Verknüpfen von Dokumenten) werden über das Kommunikationsmuster unterstützt.
Invalidieren von Datenobjekten Einstellen von Dokumenten Datenobjekte werden invalidiert, indem sie durch ein (potenziell leeres) Dokument eines speziellen Typs ersetzt werden. Dieses Verhalten soll für alle im IHE Cookbook beschriebenen Aktentypen gleichermaßen definiert werden. Die konkrete Spezifikation des "Invalidierungsdokuments" und seiner Metadaten ist daher Gegenstand des IHE Cookbooks.
Anlegen einer Fallakte Anlegen einer Fallakte Das Kommunikationsmuster ist eine 1:1 Abbildung des Interaktionsmusters und seiner Varianten/Ausnahmeszenarien.
Anlegen und Registrieren einer Partition Anlegen einer Partition Die im Interaktionsmuster explizit benannten Registrierung einer neuen Partition an einer Fallakte ist auf Ebene des Kommunikationsmusters nur implizit, da alle zum gleichen Patienten und Zweck angelegten Partitionen implizit zu einer Fallakte zusammengefasst sind. Eine explizite Registrierung ist daher auf Ebene der technischen Anwendungsfälle nicht erforderlich.
Schließen einer Fallakte Schließen einer Fallakte Das Kommunikationsmuster ist eine 1:1 Abbildung des Interaktionsmusters und seiner Varianten/Ausnahmeszenarien.
Änderung einer Einwilligung Registrierung einer neuen Einwilligung Anpassungen des Teilnehmerkreises einer EFA erfordern eine neue Einwilligung des Patienten. Das Kommunikationsmuster übermittelt diese an den EFA-Provider, der die angegebenen Änderungen in der Konfiguration einer Fallakte und ihrer definierten Zugriffsrechte vornimmt.
Autorisierung eines weiteren Teilnehmers Anfordern eines Berechtigungstoken Der Patient kann einer EFA weitere Teilnehmer über (Offline-)Token hinzufügen. Dieses Kommunikationsmuster beschreibt die Anforderung eines solchen Tokens durch einen bereits berechtigten EFA-Teilnehmer.
Einlösen eines Berechtigungstoken Der Patient kann einer EFA weitere Teilnehmer über (Offline-)Token hinzufügen. Dieses Kommunikationsmuster beschreibt, wie ein Leistungserbringer mit Hilfe eines solchen Tokens als Teilnehmer einer EFA autorisiert wird.
Zusammenführen von Fallakten Registrierung einer neuen Einwilligung Die Zusammenführung von zwei oder mehr Fallakten erfordert eine entsprechende Einwilligung des Patienten, in der insbesondere der Zweck und der Teilnehmerkreis der zusammengeführten Akte explizit benannt sind. Das Kommunikationsmuster übermittelt diese an den EFA-Provider, der die angegebenen Änderungen in der Konfiguration einer Fallakte und ihrer definierten Zugriffsrechte vornimmt.
- Aufbau des Sicherheitskontextes Dieses Kommunikationsmuster bildet einen technischen Anwendungsfall ab, der im Idealfall keine Nutzerinteraktion beinhaltet und zu dem von daher auch kein Interaktionsmuster existiert. Der Aufbau eines Sicherheitskontextes ist Grundlage aller anderen Kommunikationsmuster und stellt sicher, dass den beim EFA-Provider angesiedelten Diensten alle Informationen authentisch und vollständig zur Verfügung stehen, die für die Prüfung und Durchsetzung der aus der Einwilligung abgeleiteten Berechtigungsregeln sowie zur datenschutzkonformen Protokollierung benötigt werden.


Aufbau des Sicherheitskontextes

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Die nachfolgende Abbildung stellt das Kommunikationsmuster zum Aufbau des Sicherheitskontextes im Überblick dar. Jeder nachfolgende Aufruf eines EFA-Dienstes erfordert, dass der im EFA-Kontext-Manager verwaltete Sicherheitskontext in Form von authentischen Sicherheitsnachweisen an den aufgerufenen Dienst übergeben wird. Dieser wird so in die Lage versetzt, den Sicherheitskontext des Aufrufers zu rekonstruieren und dadurch den Aufruf innerhalb dieses Kontextes gegen die geltenden Sicherheitsregeln zu verifizieren.

PIM SEQ Kontext aufbauen.png

  1. Der EFA-Teilnehmer authentisiert sich gegenüber dem EFA-Teilnehmersystem. Die EFA Spezifikation macht hierzu keine normativen technischen Vorgaben, Umsetzungen müssen jedoch die Regularien des EFA Sicherheitskonzepts berücksichtigen.
  2. Das EFA-Teilnehmersystem (TNS) erfasst die für die EFA-Nutzung wichtigen Informationen zum EFA-Teilnehmer und übermittelt sie an den EFA-Kontext-Manager. Hierzu wird die funktionale Schnittstelle openContext des EFA-Kontext-Managers verwendet.
  3. Der EFA-Kontext-Manager nutzt die übergebenen Informationen, um für den EFA-Teilnehmer von den EFA-Sicherheitsdiensten Sicherheitsnachweise abzurufen, die von den EFA-Fachdiensten prüfbar sind. Welche Dienste aufgerufen werden, hängt von der konkreten Sicherheitspolitik eines EFA-Netzwerks ab. Eine typische Konfiguration umfasst den Aufruf des Identity Providers zum Abruf eines netzweit gültigen Identitäts- und Authentisierungsnachweises. Optional können auch Teile der für den Teilnehmer geltenden Zugriffspolitik bereits vor dem Aufruf der EFA-Fachdienste von einem EFA Policy Provider abgefragt werden.
  4. Der EFA-Kontext-Manager verknüpft die abgerufenen Sicherheitsnachweise mit der aktuellen Nutzersitzung und liefert einen Verweis auf den so gebildeten Sicherheitskontext an das EFA-Teilnehmersystem zurück.

Anlegen einer Fallakte

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Um eine Fallakte anzulegen:

  1. Der Arzt hat das Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes mit seinem EFA-Teilnehmersystem ausgeführt.
  2. Mit seinem EFA-Teilnehmersystem ruft der Arzt beim EFA-Ressourcen-Manager die Operation createECR auf.
  3. Der EFA-Ressourcen-Manager führt
    1. entweder die Variante Neu-Anlage einer Fallakte
    2. oder die Variante Fusion mit einer bestehenden Fallakte aus.
  4. Der EFA-Ressourcen-Manager gibt die Kennung der Partition dem EFA-Teilnehmersystem.

PIM SEQ EFA Anlegen var1.png

Neu-Anlage einer Fallakte

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Vorbedingung dieser Variante: Der EFA-Provider führt keine Fallakte mit dem gleichen Zweck für den Patienten.

Der EFA-Ressourcen-Manager

  • erstellt eine Fallakte, die aus einer Partition besteht,
  • speichert und registriert consentInfo sowie consentDoc,
  • setzt die EFA-Berechtigungsregel der Fallakte so, dass sie konform zum consentInfo ist.

Fusion mit einer bestehenden Fallakte

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Vorbedingung dieser Variante: Der EFA-Provider führt eine bestehende Fallakte mit dem gleichen Zweck für den Patienten.

Der EFA-Ressourcen-Manager

  1. prüft, ob
    1. die EFA-Berechtigungsregel der bestehenden Fallakte den Arzt, der dieses Kommunikationsmuster ausführt, als Zugriffsberechtigen auszeichnet. Wenn nicht, dann wird der Vorgang abgebrochen und eine Fehlermeldung ausgegeben.
    2. die Einwilligung für das Anlegen der Fallakte die Übernahme einer bestehenden Fallkte autorisiert. Wenn nicht, dann wird der Vorgang abgebrochen und eine Fehlermeldung ausgegeben.
  2. erstellt eine Fallakte, die aus einer Partition besteht,
  3. speichert und registriert consentInfo sowie consentDoc,
  4. setzt die EFA-Berechtigungsregel der neuen Fallakte so, dass sie konform zum consentInfo ist. Die Einwilligung zu der bestehenden Fallakte wird außer Kraft gesetzt.
  5. verknüpft die Partitionen der bestehende Fallakte mit der neuen Fallakte.

Anlegen einer Partition zu einer bestehenden Fallakte

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Zur Teilnahme an einer EFA berechtigte Teilnehmer können dieser Akte weitere Partitionen - z.B. zur Zusammenfassung der im Kontext eines Klinikaufenthalts erhobenen Daten - hinzufügen. Die Anlage einer neuen Partition muss innerhalb eines gültigen EFA-Sicherheitskontextes erfolgen und erfordert neben der Angabe einiger Daten zu der Partition selbst (Titel, etc.) vor allem eine Referenz auf die Akte, der die Partition hinzugefügt werden soll. Mit der Anlage der Partition können bereits in die Partition einzustellende Dokumente übergeben werden.

PIM SEQ Partition Anlegen.png

Die Anlage einer Partition erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Auffinden und Öffnen der Fallakte, der die Partition hinzugefügt werden soll. Hierzu werden Metadaten der die Akte repräsentierenden Partitionen abgerufen, in denen u.a. die eindeutige Referenz auf die Akte kodiert ist (siehe Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen).
  3. Anlegen der neuen Partition innerhalb des Sicherheitskontextes durch Angabe der Referenz auf die übergeordnete Akte, der Metadaten zur Partition sowie (optional) in die Partition einzustellender Dokumente.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die Akte berechtigt ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Der EFA-Provider legt die internen Strukturen der Partition an und verknüpft diese mit den Zuordnungsdaten der Fallakte (Patientenidentität und Zweckbezeichnung der Fallakte). Hierdurch ist die neue Partition Bestandteil der Akte und es gelten die für die Akte definierten Zugriffsrechte.
    3. Der EFA-Provider verknüpft die ggf. übergebenen Dokumente mit der neuen Partition.
  4. Über interne Mechanismen wie z.B. einen Kommunikationsserver kann der Teilnehmer die neue Partition mit einer internen ID (z.B. Fall-ID der aktuellen Behandlungsepisode) verknüpfen um das Einstellen intern mit dieser ID verknüpfter Daten in die EFA zu vereinfachen.

Schließen einer Fallakte

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Eine Fallakte wird durch den EFA-Provider geschlossen, wenn die vom betroffenen Patienten gegebene Einwilligung ihre Gültigkeit verliert (siehe auch Zustandsdiagramme zu den EFA-Geschäftsobjekten).

Die Gültigkeit der Einwilligung erlischt implizit mit Erreichen des in der Einwilligung angegebenen Gültigkeitsdatums. Hier ist es Verantwortung des EFA-Providers, den entsprechenden Zustandsübergang anzustoßen und die Zugriffsrechte auf die Akten entsprechend anzupassen. Darüber hinaus erlischt die Einwilligung, wenn sie entweder explizit vom Patienten zurückgenommen wird oder wenn der Zweck der EFA nicht mehr gegeben ist. In diesen Fällen greift das Interaktionsmuster "EFA Schließen".

Das Kommunikationsmuster "Schließen einer Fallakte" entspricht weitgehend dem gleichnamigen Interaktionsmuster und besteht im wesentlichen in der Übermittlung der Aufforderung zur Schließung der Akte an den EFA-Provider.

PIM SEQ EFA Close.png

Im Einzelnen werden die folgenden Schritte durchlaufen:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Auffinden und Öffnen der Fallakte, die geschlossen werden soll. Hierzu werden Metadaten der die Akte repräsentierenden Partitionen abgerufen, in denen u.a. die eindeutige Referenz auf die Akte kodiert ist (siehe Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen). Dieser Schritt ist erforderlich, da Angaben zum Grund der Aktenschließung als Dokument in der Akte abgelegt werden und damit die Voraussetzungen für diesen Schreibzugriff hergestellt werden müssen.
  3. Schließen der Akte innerhalb des Sicherheitskontextes durch Angabe der Referenz auf diese Akte sowie der Begründung zur Schließung der Akte.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die Akte berechtigt ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Der EFA-Provider verknüpft die Begründung zur Aktenschließung und die ggf. übergebenen Dokumente mit einer bestehenden Partition der Akte.
    3. Der EFA-Provider leitet die Schließung der Akte ein, indem er den Status der Akte und die Zugriffsberechtigungen gemäß des Lebenszyklus einer EFA ändert.

Auflisten von Partitionen

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Eine Fallakte ist ein Verbund von Partitionen, die mit dem selben Patienten und dem selben Zweck verknüpft sind. Um auf eine Fallakte zuzugreifen müssen in einem ersten Schritt Informationen zu den zugehörigen Partitionen abgerufen werden. Anhand der so ermittelten Aktenreferenz (ecrRef) und Partitions-Identifier (partitionID) können anschließend Daten aus der Akte ausgelesen und in die Akte eingestellt werden.

PIM SEQ Partitionen Auflisten.png

Das Auflisten der Partitionen der für den anfragenden Nutzer zugreifbaren Fallakten erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Senden der ID des Patienten, dessen EFAs gefunden und genutzt werden sollen, an den EFA-Provider.
    1. Der EFA-Provider sucht nach Aktenreferenzen (Patienten-ID und Zweck) an die eine Zugangsberechtigung für den anfragenden Arzt gebunden ist.
    2. Der EFA-Provider sucht nach Partitionen, die mit den gefundenen Aktenreferenzen verknüpft sind und sendet die Metadaten dieser Partitionen an den Aufrufer zurück
  3. Das Teilnehmersystem (Primärsystem) zeigt dem Aufrufer die gefundenen Akten und zugehörigen Partitionen an

Einstellen von Dokumenten

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Daten zu einer Fallakte werden immer in eine an diese Akte gekoppelte Partition eingestellt. Das Einstellen von Daten erfolgt innerhalb eines gültigen EFA-Sicherheitskontexts und bedingt, dass der die Daten einstellende Nutzer ein berechtigter Teilnehmer der Fallakte ist, zu der er Daten hinzufügen möchte.

Die Benennung der Ziel-Partition erfolgt über eine partitionID. Sofern diese nicht bereits im Primärsystem des Nutzers bekannt ist (z.B. aufgrund einer statischen Verknüpfung eines internen Fall-Identifiers mit dieser Partiton), muss dieser Identifier zunächst durch Öffnen der Fallakte - d.h. Auflisten der zugängigen Partitionen - ermittelt werden. Beziehungen zwischen Daten (z.B. Aktualisierung oder Ergänzung eines bestehenden Dokuments) müssen explizit benannt werden.

PIM SEQ Daten Einstellen.png

Das Einstellen von Daten in eine Partition erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Ermitteln der partitionID, mittels der die Ziel-Partition und deren übergeordnete Fallakte eindeutig identifizierbar sind. Sofern diese ID nicht bereits bekannt ist, muss sie über das Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen ermittelt werden.
  3. Sofern die eingestellten Dokumente eine Aktualisierung oder Ergänzung in der EFA bereits vorhandener Daten darstellen: Ermitteln der documentIDs der zu aktualisierenden bzw. zu ergänzenden Dokumente (z.B. über das Kommunikationsmuster Auflisten von Dokumenten)
  4. Senden der partitionID und der in diese Partition einzustellenden Daten an das Document Repository des EFA-Providers (siehe auch Hinweisbox weiter unten). Ggf. anzulegende Dokumentenbeziehungen müssen dabei explizit angegeben werden.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die der Partition übergeordneten Akte berechtigt ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer berechtigt ist, bei diesem Provider Daten abzulegen (siehe auch Infobox weiter unten). Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    3. Der EFA-Provider legt die übergebenen Daten zur sicheren Speicherung im Document Repository ab
    4. Das Document Repository sendet die Benennung der Ziel-Partition, die Metadaten der empfangenen Dokumente sowie ggf. benannte Dokumentenbeziehungen zur Registrierung an das Document Registry des EFA-Providers
    5. Der EFA-Provider verknüpft die übergebenen Dokumente im Document Registry mit der angegebenen Partition und speichert die Metadaten und Dokumentenbeziehungen sicher ab
    6. Sofern benannte Dokumentenbeziehungen die Ersetzung bestehender Dokumente anzeigen, wird der Status dieser Dokumente entsprechend geändert.
  5. Der EFA-Provider meldet dem Teilnehmer die erfolgreiche Bereitstellung der übergebenen Dokumente zurück.

Auflisten von Dokumenten

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Daten zu einer Fallakte werden immer in an diese Akte gekoppelten Partition verwaltet. Das Auflisten der verwalteten Daten erfolgt immer auf Ebene dieser Partitionen, d.h. um alle mit einer Fallakte verknüpften Daten aufzulisten müssen alle Partitionen "angefasst" werden.

Die Benennung der auszulesenden Partition erfolgt über eine partitionID, die im Rahmen des Öffnens einer Fallakte beim Auflisten der zugängigen Partitionen ermittelt werden kann. Das Auflisten der Daten einer Partition liefert die Metadaten aller in der Partition enthaltenen Dokumente sowie die Beziehungen, die zwischen diesen Dokumenten und Dokumenten in dieser oder anderen Partitionen bestehen.

PIM SEQ Daten Auflisten.png

Das Auslesen der Metadaten zu allen an einer vorgegebenen Partition registrierten Dokumenten erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Ermitteln der partitionID, mittels der die auszulesende Partition und deren übergeordnete Fallakte eindeutig identifizierbar sind. Sofern diese ID nicht bereits bekannt ist, muss sie über das Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen ermittelt werden.
  3. Senden der partitionID an das Document Registry des EFA-Providers.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die der Partition übergeordneten Akte berechtigt ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Im Document Registry werden die mit der Partition verknüpften Dokumente ermittelt und deren Metadaten zu einer Antwortnachricht zusammengestellt.
    3. Die ausgehenden Beziehungen der gefundenen Dokumente zu anderen Dokumenten werden ermittelt und der Antwortnachricht hinzugefügt.
  4. Der EFA-Provider übermittelt dem Teilnehmer die Metadaten und Dokumentenbeziehungen der in der Partition registrierten Dokumente zurück.

Abrufen von Dokumenten

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Der Abruf von Dokumenten aus einer Fallakte erfolgt über deren eindeutige Dokumenten-ID (documentID), die beim Auflisten der Inhalte einer Partition als Teil der Dokumenten-Metadaten bereitgestellt wird.

PIM SEQ Daten Abrufen.png

Das Abrufen von Dokumenten aus einer Fallakte erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Auflisten der Partitionen einer Fallakte und Auflisten der darin enthaltenen Dokumente.
  3. Senden der documentIDs der abzurufenden Dokumente an das Document Repository des EFA-Providers, der die Partition verwaltet, in dem sich die angeforderten Dokumente befinden.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die den Dokumenten übergeordnete Akte berechtigt ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
  4. Der EFA-Provider übermittelt dem Teilnehmer die angefragten Dokumente zurück.

Registrierung einer neuen Einwilligung

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Die Registrierung einer neuen Einwilligung erfolgt innerhalb eines gültigen EFA-Sicherheitskontexts und bedingt, dass der die Einwilligung registrierende Nutzer ein berechtigter Teilnehmer der Fallakte ist.

PIM SEQ Einwilligung Einstellen.png

Das Registrieren einer neuen Einwilligung erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Ermitteln der ecrRef, mittels der die Fallakte eindeutig identifizierbar sind, auf die sich die neue Einwilligung bezieht. Sofern diese ID nicht bereits bekannt ist, muss sie über das Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen ermittelt werden.
  3. Senden des Aktenverweises, der Angaben zur neuen Einwilligung sowie eine ggf. verfügbare elektronische Version des vom Patienten unterschriebenen Einwilligungsdokuments an den Ressource Manager des EFA-Providers.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer zum Zugriff auf die Akte berechtigt ist und für diese Akte Änderungen an den Zugriffsrechten initiieren darf. Falls dies nicht der Fall sein sollte wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Sofern in der Einwilligung ein konkretisierter Zweck benannt ist: Der EFA-Provider prüft, ob für den Patienten bereits eine Akte zu dem konkretisierten Zweck besteht. Ist dies der Fall, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen. Der Nutzer sollte in diesem Fall zunächst prüfen, ob eine Integration mit der bestehenden Akte sinnvoll ist und dann ggf. das Interaktionsmuster "Zusammenführen von Fallakten" ausführen.
    3. Der EFA-Provider prüft die Angaben zur Einwilligung und stellt sicher, dass er diese in seinem Berechtigungsmanagement abbilden kann:
      1. Die Angaben zur Identität der Teilnehmer ermöglichen eine sichere Identifizierung der Teilnehmer.
      2. Die Angaben zu den Rollen der Teilnehmer ermöglichen eine Zuordnung der Teilnehmer zu mit konkreten Zugriffsrechten hinterlegten EFA-Rollen.
      3. Die Angaben zur Gültigkeit der Einwilligung entsprechen den Vorgaben des Providers (z.B. in Bezug auf die maximale Gültigkeitsdauer von Fallakten)
    4. Der EFA-Provider identifiziert die aktuell gültige Einwilligung und stellt eine Verknüpfung der neuen Einwilligung zu der bestehenden Einwilligung her, aus der ersichtlich ist, dass die neue Einwilligung die bestehenden Einwilligung ersetzt.
    5. Sofern in der Einwilligung ein konkretisierter Zweck benannt ist: Der EFA-Provider ändert die Zweckbezeichnung aller Partitionen der Akte.
    6. Der EFA-Provider bildet den in der Einwilligung benannten Teilnehmerkreis in seinem internen Berechtigungsmanagement so ab, dass die Teilnehmer ihrer Rolle entsprechenden Zugriffsrechte auf der Akte erhalten.
    7. Der EFA-Provider legt die übergebenen Daten (Angaben zur Einwilligung, ggf. Einwilligungsdokument) zur sicheren Speicherung im Document Repository ab. Hierzu verfährt er analog zum Kommunikationsmuster Einstellen von Dokumenten
  4. Der EFA-Provider meldet dem Teilnehmer die erfolgreiche Anpassung der Fallakte an die neue Einwilligung.

Anfordern eines Berechtigungstoken

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Das Anfordern eines durch einen Dritten einlösbaren Berechtigungstoken erfolgt innerhalb eines gültigen EFA-Sicherheitskontexts und bedingt, dass der das Token anfordernde Nutzer ein berechtigter Teilnehmer der Fallakte ist.

PIM SEQ Token ausstellen.png

Die Anforderung und Bereitstellung eines Berechtigungstoken erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des Teilnehmers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Ermitteln der ecrRef, mittels der die Fallakte eindeutig identifizierbar sind, für die ein Berechtigungstoken ausgestellt werden soll. Sofern diese ID nicht bereits bekannt ist, muss sie über das Kommunikationsmuster Auflisten von Partitionen ermittelt werden.
  3. Senden des Aktenverweises an den Ressource Manager des EFA-Providers.
    1. Der EFA-Provider prüft, ob der Teilnehmer für diese Akte Berechtigungstoken anfordern und ausgeben darf. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    2. Der EFA-Provider prüft, ob die bestehende Einwilligung die Ausstellung von Berechtigungstoken zulässt. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    3. Der EFA-Provider stellt ein Berechtigungstoken für die Akte aus und registriert dieses beim Policy Provider.
  4. Der EFA-Provider sendet dem Teilnehmer das Berechtigungstoken (accessToken-Object) zu.

Das Berechtigungstoken liegt beim Teilnehmer nun in digitaler Form vor und kann auf einen beliebigen Träger aufgebracht und an den Patienten übergeben werden.

Einlösen eines Berechtigungstoken

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Das Einlösen eines Berechtigungstoken erfolgt innerhalb eines gültigen EFA-Sicherheitskontexts. Durch das Einlösen eines Berechtigungstoken wird der einreichende Arzt berechtigter Teilnehmer der Fallakte, für die das Token ausgestellt wurde.

PIM SEQ Token einloesen.png

Das Einlösen eines Berechtigungstoken erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. Aufbau eines Sicherheitskontextes, der dem EFA-Provider die sichere Identifizierung und Authentifizierung des als Teilnehmer zu registrierenden Leistungserbringers ermöglicht (siehe Kommunikationsmuster Aufbau des Sicherheitskontextes).
  2. Senden des Berechtigungstoken (accessToken-Object) an den Resource Manager des EFA-Providers.
    1. Der EFA-Provider extrahiert aus dem Berechtigungstoken die ecrRef, mittels der die Fallakte eindeutig identifizierbar ist, für die ein Berechtigungstoken eingelöst werden soll.
    2. Der EFA-Provider prüft, ob das Token authentisch und durch den einreichenden Leistungserbringer einlösbar ist. Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Operation mit einer Fehlermeldung abgebrochen.
    3. Der EFA-Provider stellt für den Teilnehmer eine Berechtigungspolicy für die Akte aus. Sofern die Berechtigung mehrfach oder dauerhaft gültig ist, registriert der Policy Provider die Policy an seinem internen Berechtigungsmanagement.
  3. Der EFA-Provider sendet dem Teilnehmer die Berechtigungspolicy (subjectAccessPolicy-Objekt) zu.

Die Berechtigungspolicy kann von dem Teilnehmer über das Client-Policy-Push Verfahren unmittelbar zum Zugriff auf die Akte genutzt werden.

Querverweise und Referenzen